Gemeinsam macht es Spaß – und das jetzt schon im vierten Jahr!

Seit dreieinhalb Jahren gibt es sie jetzt schon an der Adalbert-Stifter-Schule (AsT): die „Außenklasse“ der Hainbrunnenschule / Lebenshilfe. Sie heißt zwar jetzt mittlerweile „Partnerklasse“, aber sonst hat sich nicht viel verändert. Nach wie vor fühlen sich 17 Kinder der Adalbert-Stifter-Schule („Tiger“) und 8 Schüler der Hainbrunnenschule („Bären“) als eine Klasse. Die wohlwollende Atmosphäre an der AsT, sowie die räumlichen Voraussetzungen bieten optimale Bedingungen für Zusammenarbeit und Differenzierung. Es gibt große Tagesstättenräume und zwei nebeneinander liegende Klassenzimmer mit gemeinsamen Vorraum und Garderobe. Hier finden morgens schon die ersten Kontakte statt. Dann geht es meistens mit Frei- oder Stationenarbeit los, bei der sich nach Bedarf und Möglichkeit die Schüler mischen. Bei einem gemeinsamen Morgenkreis wird durchgezählt, Datum und Wetter werden besprochen und es wird, wenn es die Zeit erlaubt, noch gesungen und gespielt.

Deutsch, Rechnen, Englisch usw. findet in getrennten Klassenzimmern mit den eigenen Lehrerinnen statt. Gemeinsamer Unterricht ist oft im Sachunterricht, in Musik, Schwimmen, Ethik sowie im Kunstunterricht möglich. Ein gemeinsames Kunst-Projekt, Häuser nach Hundertwasser zu gestalten, machte heuer z.B. allen viel Spaß.

Noten sind in diesem Jahr immer wieder das Thema. Die „Bären“ hätten gerne Noten, während die „Tiger“, bei denen ja die Frage des Übertritts ansteht, neidisch sind, dass die „Bären“ keine Noten bekommen. Da sind immer wieder Gespräch und Erklärung nötig, nämlich dass jeder verschieden ist und dass die „Bären“ eben anders lernen. Höhepunkte sind gemeinsame Ausflüge, wie z.B. die Besichtigung der Firma Fritsche, Wandertag zum Lebenshilfe-Spielplatz und die gemeinsamen monatlichen Geburtstagsfeiern. Durch Teilnahme an klassenübergreifenden Aktionen des Schullebens, z.B. das Lied der 4. Klassen im Adventsmorgenkreis, oder auch schon durch die Kontakte beim täglichen Mittagessen im Schulspeisesaal, sind unsere Schüler selbstverständlich in den Schulalltag der AsT eingebunden.

Am Nachmittag können die „Bären“ in ihrer Tagesstättengruppe für sie geeignete Angebote wahrnehmen, wie z.B. basteln, tanzen, spielen oder einfach relaxen. Besonders beliebt ist freitags das selbständige Kochen mit gemeinsamer Planung und Einkauf. Es besteht zudem die Möglichkeit am nachmittäglichen Musik- oder Sportunterricht der Grundschüler teil zu nehmen. Zweimal in der Woche kommen die Therapeuten der Lebenshilfe zur Förderung einzelner Schüler, von denen sie schon immer freudig erwartet werden. Das Modell der „Partnerklasse“ stellt eine Form von Inklusion dar, bei der Kinder mit besonderem Förderbedarf viel Kontakt zu Kindern ohne Behinderung haben können aber sowohl schulisch, als auch am Nachmittag die Möglichkeit des Rückzugs und der besonderen Förderung haben, die sie brauchen.

Christine Bail-Dippold, Klasslehrerin der „Bären“